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Zu Besuch in Le Harve: Mit Erasmus in Frankreich studieren

01.03.2017

Das Bewerbungsverfahren für das Auslandssemester in Le Havre ging relativ einfach vonstatten. Ich musste lediglich alle meine Papiere, wie ein Motivationsschreiben und meine Immatrikulationsbescheide, sowie meinen Notenspiegel im International Office der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg abgeben. Sobald ich für die Stelle nominiert wurde, bekam ich eine Bestätigungsmail und ab da an hieß es auf die Antwort der Gastuniversität warten. Da nach langem Warten nichts Weiteres von der Universität in Le Havre kam, habe ich noch einmal nachgehakt und meine zuständige Sachbearbeiterin nach dem Fortschritt meines Anmeldeprozesses gefragt, woraufhin ich bald ein Willkommensschreiben der Universität in Le Havre bekam. Es folgte ein reger E-Mail Austausch, um alles Weitere zu klären.

Alles geregelt begann die Anreise nach Le Havre, welche sich als relativ chaotisch herausstellte. In Deutschland kann man sehr günstig mit der City Night Line (CNL) der Deutschen Bahn nach Paris EST kommen. In Paris EST jedoch angekommen, stellte sich heraus, dass die Weiterfahrt nach Le Havre gar nicht allzu einfach war, denn um dort hinzugelangen musste ich von Paris EST erst zum Gare St. Lazare, welcher nur mit der Metro oder per Bus zu erreichen ist. Sehr glücklich war ich dann, als ich am Bahnhof in Le Havre ankam und meine Tutrice bereits auf mich gewartet hat. Die Universität teilt jedem Austauschstudenten einen Mentor zu, welchen ich stets Fragen stellen Konnte. Meine Mentorin/ Tutrice half mir bei der Einschreibung und Anmeldung des Sprachkurses, sowie bei der Einrichtung eines Bankkontos.

Das Angebot der Lehrveranstaltungen ist recht überschaubar und trotzdem zahlreich. Ich habe mir Kurse sowohl auf Englisch als auch auf Französisch ausgesucht. Das System an der Universität in Le Havre ist sehr verschult. Es gibt kleine Klassenverbände und die Größe pro Vorlesung würde ich auf ca. 30 Studenten schätzen (dies gilt für License 2 bis License 3 Kurse). Die kleine Anzahl machte die Lernatmosphäre sehr angenehm. Außerdem benutzen die Professoren kaum Präsentationen, weshalb es keine Skripte oder ähnliches zum Ausdrucken gibt. Man muss von der Tafel abschreiben und während der Vorlesung mitschreiben. Es gibt neben den Prüfungen in vielen Fächern auch noch Zwischentests, die teilweise nicht bekanntgegeben werden.

Le Havre ist eine eher kleine Stadt, in der ca. 7.000 junge Menschen studieren, dennoch hat die kleine Stadt einiges zu bieten. Die Freizeitgestaltung in Le Havre ist recht vielfältig. An sonnigen Tagen treibt es einen stets zum Strand und ans Meer, abends geht es in eine der gemütlichen Bars in der Stadt, ins Kino oder ins Theater. Am Wochenende trommelt man ein paar Freunde zusammen und erkundet die hübschen Städte in der Umgebung, wie Rouen, Deauville oder Honfleur und Montevillier. Für Austauschstudenten gibt es besondere Veranstaltungen, die von der Universität organisiert werden. So gab es eine Stadttour, ein gesponsertes Weihnachtsessen, einen Ausflug nach Étretat und ein Bowling + Lasertag-Abend. Die Stadt hat viel zu bieten – man muss einfach die Augen aufhalten.

Die beste Erfahrung, die man während des Austausches macht, sind definitiv die Menschen, die man trifft und von denen man so unglaublich viel lernen kann. Es ist viel einfacher mit den verschiedensten Kulturen in Kontakt zu kommen, da man die Erfahrung teilt, in einem neuen Land zu sein und interessiert ist, die verschiedensten Leute kennenzulernen. So kommt es dazu, dass man immer jemanden in einer Bar sieht, den man von der Universität kennt oder bekannte Gesichter in der Stadt antrifft. Natürlich ist es auch interessant nicht nur in ein fremdes Land zu reisen, sondern die Möglichkeit zu haben es wirklich kennenzulernen, wenn man dort lebt, mit all den Eigenheiten der Menschen und des Landes. An all diesen Impressionen wächst man mit der Zeit. Sicherlich gab es einige nicht allzu erfreuliche Dinge, doch diese haben meistens mit der Bürokratie dieses Landes zu tun, so bekam ich meinen CAF Bescheid (das französische Wohngeld) erst am Ende meines Auslandaufenthaltes. Es gab auch manchmal Probleme mit der Miete, doch diese konnten immer geregelt werden und sobald man besser Französisch spricht, scheinen einem die Hürden gar nicht mehr unglaublich hoch und schwer, sondern man gewöhnt sich dran. Auch dass die Stadt Le Havre recht klein ist scheint an manchen Tagen recht unerfreulich, doch man lernt diesen Charme mit der Zeit zu schätzen.