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Neue Technologien erschaffen

26.03.2019

Sinja Lagotzki hat Elektro- und Informationstechnik studiert, reiste durch Kolumbien und ist jetzt als Startup-Gründerin aktiv. (Foto: Christian Rößler)

Als Sinja Lagotzki 2011 ihr Bachelorstudium der Elektro- und Informationstechnik an der Otto-von-Guericke Universität (OVGU) begann, war sie die einzige Frau im ganzen Studiengang. „Das war manchmal etwas schwierig, hatte aber auch etwas Nettes“, erinnert sie sich. Nur in den Vorlesungen, die sie mit anderen Studiengängen gemeinsam besuchten, bekam die gebürtige Kielerin weibliche Unterstützung. In der Schule haben der 27-Jährigen Mathe, Physik und Biologie immer am meisten Spaß gemacht. Da kam ihr der Studiengang mit den Schwerpunkten Elektro- und Informationstechnik sowie einer Vertiefung in die Medizintechnik sehr gelegen. Außerdem hat Sinja nach dem Abitur gemeinsam mit einer Freundin mehrere deutsche Universitätsstädte bereist: „Da hat mir Magdeburg mit der Elbe, den vielen Grünflächen und von der Größe der Stadt sehr gefallen.“

Bis 2015 studierte die Vorwärtsmacherin im Bachelor, anschließend entschied sie sich dafür, auch ihren Master hier zu machen. „Magdeburg ist in Sachen Medizintechnik sehr gut ausgestattet, hier findet man das Institut für Intelligente Katheter (INKA), den Forschungscampus Stimulate, die Universitätsklinik und das Klinikum Magdeburg.“ Ein weiterer Pluspunkt für Sinja war, dass sie den Master hier auf Englisch studieren konnte. „Dadurch sah ich die Chance, mich nicht nur fachlich, sondern auch kulturell und sprachlich weiterzuentwickeln.“ Das Wort, mit dem die Vorwärtsmacherin ihr Studium an der OVGU beschreibt, ist „bereichernd“. Sehr gut fand sie die Seminare und Vorlesungen mit praktischen Anteilen, wie dem Besuch von Operationssälen in der Klinik. Ihr Tipp für künftige Studierende ist außerdem, nicht nur zu lernen, um die Prüfungen zu bestehen, sondern auch praktischen Nutzen aus den einzelnen Fächern zu ziehen.

Während ihres Masterstudiums nutzte Sinja die Chance ins Ausland zu gehen und verbrachte ein Semester in Kolumbien. „Es war eine riesige kulturelle Bereicherung für mich, da dort einfach alles anders ist: Menschen, Sprache, Straßen, Essen, Wohnen und auch die Universität. Die Zeit hat mir einen anderen Blickwinkel auf mein Leben gegeben, mir geholfen mich neu kennenzulernen und auch mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln“, berichtet sie. Ihre gewonnenen Erfahrungen durch Studium und Auslandssemester kann die Vorwärtsmacherin heute in ihr eigenes Start-Up Unternehmen „In-Line“ einbringen, welches sie im Jahr 2018 gründete. „Durch den Auslandsaufenthalt bin ich in meiner Denkweise vielfältiger geworden“, erzählt sie. „Ich habe in Kolumbien viel im Bereich Maschinenbau gelernt und heute die Möglichkeit, andere Menschen sowohl sprachlich als auch kulturell zu verstehen, was für zukünftige Partnerschaften und Kunden wichtig ist.“

Vorwärtsmacher sind aktiv, gestalten gern und möchten etwas verändern. Bei uns kannst du deine Ideen, Talente und Vision einbringen.

Setz etwas in Bewegung!

Gemeinsam mit Juan Sebastián Sánchez López, den Sinja während ihres Studiums an der Uni Magdeburg kennenlernte, entwickelt sie Assistenzsysteme, die für Operationen innerhalb des Magnetresonanztomographen (MRT) kompatibel sind. Für den behandelnden Mediziner soll die sogenannte Nadelführung „FLEXLINE“ eine Hilfe sein, um den Patienten in den beengten Bedingungen der MRT-Röhre besser behandeln zu können. Professor Dr. Michael Friebe vom INKA stand den jungen Vorwärtsmachern mit seinen Erfahrungen und seinem Netzwerk zur Seite. Auch Prof. Dr. Graham Horton und das Transfer- und Gründerzentrum (TUGZ) gaben ihnen viele Einblicke ins Lean-Startup und unterstützen bei unternehmerischen Fragen. Seit Mai 2018 erhält das „In-Line“-Team das „EXIST-Gründerstipedium“, das Studierende, Absolventen und Wissenschaftler dabei hilft, ihre Gründungsidee zu realisieren und in einen Businessplan umzusetzen.

Direkt nach dem Studienabschluss ins eigene Unternehmen – das erfordert Mut. Angst vor der Verantwortung hatte Sinja anfangs schon, gesteht sie.  „Mittlerweile aber nicht mehr, wir sind als Team gut eingearbeitet und haben die Aufgaben gut aufgeteilt“, erzählt die Vorwärtsmacherin. „Es hätte sicher geholfen, vorher Vollzeit zu arbeiten, da man dann schon mehr Arbeitserfahrung und eine Struktur für seinen Arbeitsalltag entwickelt hat, aber auf der anderen Seite ist es auch gut direkt aus der Uni heraus zu gründen, da man so seine eigenen Stärken und Schwächen kennenlernt und sieht, was einen wirklich interessiert“.