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#OVGUalumni: Darum ist Ingrid Grüßner Hausärztin

25.04.2017

Ingrid Grüßner studierte an der Uni Magdeburg Medizin und arbeitet jetzt als Hausärztin.

Bereits zu Beginn ihrer klinischen Ausbildung stand für Ingrid Grüßner fest, dass sie Hausärztin werden möchte. Die Kassenärzt­liche Vereinigung förderte ihr Studium mit einem Stipendium unter der Maßgabe, nach Abschluss der Facharztausbildung in Sachsen-Anhalt als Hausärztin zu arbeiten. Warum sie sich für diesen Weg entschied, darüber sprach Ingrid Grüßner mit Ines Perl.

Warum haben Sie sich für das Studium der Humanmedizin und für die Universität Magdeburg entschieden?

Für das Medizinstudium habe ich mich entschieden, da ich großen Spaß an der Arbeit mit Menschen habe, aber auch fasziniert bin von der Komplexität und Perfektion des menschlichen Körpers. Magdeburg habe ich ganz bewusst gewählt, da ich aus der schönen Magdeburger Börde stamme und mich hier wohl fühle.

Was machte für Sie das Studium an der OVGU aus?

Eindeutig die kurzen Wege. Alles ist an einem Ort. Theorie und Praxis lassen sich so gut verbinden. Man fühlt sich gut aufgehoben. Der Zusammenhalt innerhalb der Seminargruppen und der Kontakt zu den höheren Semestern waren immer gut. Einzig der lange Weg bis zum Hauptcampus hat mich etwas gestört. Wir hatten wenig Kontakt zu den Studenten anderer Fachrichtungen.

Wie gestaltete sich Ihr beruflicher Weg nach dem Studium?

Im Oktober 2011 habe ich mein zweites Staatsexamen bestanden und kurz danach meine zweite Tochter geboren. Nach der Elternzeit absolvierte ich in der Klinik für Geriatrie im Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen eine achtzehnmonatige Ausbildung in der Inneren Medizin. Danach wechselte ich für weitere achtzehn Monate nach Oschersleben in eine Gemeinschaftspraxis von Hausärzten. Die Arbeit dort hat mich nochmals in meiner Berufswahl bestätigt. Momentan bin ich in einer Kinderarztpraxis in Magdeburg. Danach steht noch eine Zeit in einer Praxis für Innere Medizin/Diabetologie und später für Chirurgie an.

Sie haben sich bereits während des Studiums für das Stipendienprogramm Allgemeinmedizin der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt für Medizinstudierende entschieden und haben eine monatliche finanzielle Förderung erhalten. Welche Unterstützung bringt Ihnen dieses Programm für Ihre berufliche Zukunft?

Für mich stand schon zu Beginn der klinischen Ausbildung fest, dass ich Haus­ärztin werden möchte. Außerdem mag ich meine Heimat und fühle mich auch auf dem Land wohl. Zum Ende meiner Facharztausbildung wird die Kassenärzt­liche Vereinigung Sachsen-Anhalt mit mir einen Platz suchen, der den Anforderungen des Stipendiums gerecht wird. Ich hoffe natürlich, dass dies in der Nähe meines jetzigen Wohnortes sein wird, denn ich bin unter anderem durch meine Familie örtlich gebunden. Da bin ich aber zuversichtlich. Also, auf jeden Fall bleibe ich in Sachsen-Anhalt und werde hier als Hausärztin arbeiten, hoffentlich in einer großen Praxis mit mehreren Ärzten.

Ist es nicht schwer gewesen, sich bereits während des Studiums festzulegen, wo Sie später arbeiten werden?

Mir ist das nicht schwer gefallen, aber ich bin auch jemand, der gerne einen langfristigen Plan hat. Durch meine kleine Familie freue ich mich über die Nähe zu den Großeltern und brauche auch ihre Hilfe. Ohne Großeltern wäre es manchmal sehr schwierig, alles zu organisieren, da mein Mann und ich Vollzeit arbeiten gehen.

Wie wurden Sie an der Universität auf Ihre beruflichen Aufgaben vorbereitet?

Ich habe alle theoretischen Grundlagen und auch einige praktische Fähigkeiten für mein Berufsleben erlernt, aber die Praxis ist eine ganz andere Sache. Eine simple Erkältung kann einen Berufsanfänger schon mal zum Schwitzen bringen. Als Hausarzt habe ich nur meine klinische Untersuchung, nur wenig sonstige Diagnostik. Welche Hausmittel, welche Phytotherapeutika empfehle ich? Wann gebe ich Antibiotika? Genau für diese Fragen braucht man im Anschluss an das Studium gute Lehrärzte. Während des Studiums habe ich mir manchmal gewünscht, dass die einzelnen Spezialisten uns Studenten mehr das allgemeine Wissen über ihr Fach vermittelt hätten und weniger das Exotische und Seltene.

Was würden Sie Studierenden/jungen Absolventen mit auf den Weg geben?

Immer die Ruhe bewahren und sich auf das Wesentliche konzentrieren! Jeder hat mal angefangen. Habt keine Angst zu fragen, ganz gleich wie „dumm“ die Frage auch scheinen mag.

Vielen Dank für das Gespräch!